FSME-frei durch die Fußballweltmeisterschaft

Wer draußen guckt, sollte sich vor Frühsommer-Meningoenzephalitis schützen – auch in Russland

Das Fußballfieber erreicht in diesem Jahr wieder Millionen Deutsche. Wenn Mitte Juni die WM angepfiffen wird, machen sich zahlreiche Fußballfans auf den Weg nach Russland. Viele Daheimbleibende planen gemeinsame Fußballabende im Garten oder in öffentlichen Parks. Doch überall kann die Fan-Freude schnell durch einen Zeckenkontakt getrübt werden. Denn die kleinen Spinnentiere sind sowohl in Deutschland als auch in Russland weit verbreitet. Ein Stich der Zecke erfolgt meist unbemerkt und kann Krankheitserreger wie die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Zu den Hochrisikogebieten zählen Süddeutschland ebenso wie die Region zwischen Moskau und St. Petersburg, wo ein Gruppenspiel der deutschen Mannschaft und weitere Finalrundenspiele stattfinden werden. Bei aller Fußballbegeisterung ist es daher sinnvoll vorzusorgen. Die rechtzeitige Immunisierung durch eine Impfung, wie sie die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, kann vor einer FSME-Infektion schützen.

Zecken sind weit verbreitet

Milde Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit: Diese idealen Lebensbedingungen findet die Zecke nicht nur in deutschen oder russischen Wäldern. „Selbst im heimischen Garten ist man Zecken ausgesetzt“, so der Düsseldorfer Parasitologe Prof. Dr. Heinz Mehlhorn. „Wer die WM-Spiele beim Grillen im Garten oder irgendwo draußen verfolgen möchte, sollte auf ausreichende Schutzmaßnahmen achten.“ Das Tragen von heller, langer und geschlossener Kleidung sowie das Auftragen von insektenabweisenden Mitteln kann gegen einen Zeckenbefall helfen. Das Risiko, sich in Deutschland durch einen Zeckenstich mit FSME zu infizieren, ist besonders in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen hoch. FSME-Erreger treten mittlerweile auch in Mittel- und Norddeutschland vermehrt auf.

 

FSME-Viren werden beim Stich der Zecke sofort übertragen

FSME-Viren gelangen über die Speicheldrüsen der Zecke unmittelbar in den Menschen. Dies unterscheidet die Frühsommer-Meningoenzephalitis von  anderen durch Zecken verbreiteten Krankheiten. Beispielsweise gehen die Bakterien der Lyme-Borreliose vom Darm der Zecke auf den Menschen über und werden somit erst zwölf Stunden nach einem Einstich übertragen.

Eine FSME verläuft oft in zwei Phasen

Zwischen sieben und vierzehn Tage vergehen gewöhnlich vom Zeckenstich bis zum Ausbruch einer FSME-Erkrankung. In der ersten Phase treten Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit sowie leichtes Fieber auf. In einer möglichen zweiten Phase befällt das Virus dann das zentrale  Nervensystem. Heftige Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Schwindel und Übelkeit sowie Lichtscheu können auftreten. Hohes Fieber mit neurologischen Anzeichen wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung des Rücken- oder Knochenmarks (Myelitis) oder Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) sind mögliche Folgen. Ein Befall des zentralen Nervensystems kann schwere Folgeschäden hervorrufen – und im schlimmsten Fall bei etwa ein bis zwei
von 100 Erkrankten zum Tode führen.

Eine Impfung kann vor FSME schützen

Es ist immer ratsam, nach einem Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken abzusuchen. Da das frühe Entfernen einer bereits saugenden Zecke jedoch nicht vor FSME schützen kann, empfiehlt sich die Impfung. Mit drei Impfdosen innerhalb weniger Monate wird eine Immunisierung gegen FSME erreicht. Die erste Impf-Auffrischung sollte nach drei Jahren erfolgen. Für Kinder gibt es einen Impfstoff gegen FSME, der ab Vollendung des ersten Lebensjahres zugelassen ist. Fußballfans können vor der WM innerhalb weniger Wochen einen Impfschutz aufbauen.

Weitere reisemedizinische Informationen zu Russland und über 300 weiteren Ländern erhalten Fußballfans und Reisende auf www.fit-for-travel.de.

Quelle: BORCHERT & SCHRADER
public relations GmbH,
Gesundheitsthemen